VDA 5050 im Praxistest: AGV Mesh-Ups und Mobile Robot Showcases laufen in die vierte Runde

Anwender interessiert hinsichtlich Kommunikationsstandards wie VDA 5050 vor allem ihre Praxisreife. Laborhafte Feldversuche zeigen, was geht – und jagen nach Rekorden.

Ein Großteil der Arbeit an Standardisierungsinitiativen wie z.B. der Schnittstelle VDA 5050 sind, mit Verlaub, Trockenübungen. Fachliche Auseinandersetzungen mit Details, technisches Entwickeln von Strukturen und Taxonomien. Es liegt in der Natur der Sache, dass vor allem Anwender fragen: Ist das wirklich praxisreif? Kann ich gemischte Roboterflotten über die gemeinsame Schnittstelle wirklich so harmonisch orchestrieren wie nötig?

Showcases zeigen schon seit Jahren, dass heterogene Flotten harmonisch orchestriert werden.

VDA 5050 ein Papiertiger? Seit seiner Weltpremiere auf dem Dortmunder AGV-Mesh-Up im März 2021 beantworten die Macher und Unterstützer der VDA 5050 genau diese Frage mit einer Art Sportveranstaltung – so genannten „AGV Mesh-Ups“, Live-Tests für die VDA 5050, oder „Showcases“.  

Zu diesen treffen sich in regelmäßigen Abständen VDMA-Mitgliedsunternehmen aus dem Intralogistikbereich. Während der mehrtägigen Events interagieren mobile Roboter mit einer zentralen Leitsteuerung.  

Seit der Premiere 2021 erhöhen die Unternehmen jedes Jahr den Schwierigkeitsgrad, um die Praxistauglichkeit der Schnittstelle genauestens zu prüfen. Dabei orientiert man sich an echten Aufgabenstellungen aus der Produktions- und Lagerlogistik.

Der VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik veranstaltet regelmäßig im Rahmen des IFOY TEST CAMP INTRALOGISTICS AGV Mesh-Ups. Bei diesem Live-Test-Event für die Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 können interessierte Anwender live erleben, wie die zentrale Steuerung einer gemischten Flotte mit mehreren Fahrzeugen unterschiedlicher Anbieter funktioniert. Gleichzeitig ermöglicht der Live-Test auch den teilnehmenden Anbietern, wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Implementierung der VDA 5050 zu sammeln.

Waren es bei der VDA 5050-Premiere im Jahr 2021 noch sechs AGVs, wuchs die Zahl der hier gleichzeitig gesteuerten mobilen Roboter in 2022 auf sieben und 2023 auf neun. In 2024 werden insgesamt zehn Unternehmen am AGV Mesh-Up beteiligt sein.

Übrigens: Das Wortspiel Mesh-up ist bewusst angelehnt an den Begriff „Mesh-WLAN“.

Auch auf der Automatica, Weltleitmesse für Automation und Robotik, bewiesen 2023 insgesamt zehn Intralogistik-Akteure in einer Showcase, dass automatisierte Intralogistiktransporte alles andere als Zukunftsmusik sind: Acht Mobile Robot-Hersteller und ein Produktionsanlagen-Automatisierer stellten in einem mehrstufigen Produktionsprozess ihre etablierten Automatisierungstechnologien unter Beweis. Leistungsfähiger Taktgeber auch hier: die VDA 5050.

Rekordjagd mit VDA 5050

Über die Jahre ist aus einem „Schaut mal, es funktioniert wirklich!“ eine regelrechte Rekordjagd geworden. Die Branche stellt sich immer größeren Herausforderungen, will immer mehr Roboter von mehr Herstellern zusammenbringen – und so immer wieder lebendige Belege dafür schaffen, dass selbst nahezu unrealistisch-komplexe Intralogistikszenarien praxistauglich zu lösen sind. Und das in verhältnismäßig kurzer Zeit.

Die Botschaft ist klar: Wer Intralogistikprozesse von der Praxis her denkt und Flexibilität sowie Interoperabilität in der Intralogistik anstrebt, für den bietet die standardisierte Schnittstelle VDA 5050 eine leistungsfähige Schnittstelle, die vor allem Skalierung erlaubt. Auch wenn die aktuell vorherrschenden Aufbauten in der Praxis nicht ansatzweise so komplex sein dürften, wie das laborhafte Muskelspiel der Showcases.  

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