5 Gründe, warum Ihr E-Commerce-Warehouse dem Wettbewerb hinterherhinkt

Tempo rauf, Kosten runter: Der Effizienzdruck im E-Commerce ist so hoch wie wohl noch nie zuvor. Oft hindert den Versandhandel ein veraltetes Warehouse Management daran, mit dem Wettbewerb Schritt zu halten. Wir haben fünf Prozessengpässe identifiziert, mit denen Lagerbetriebe besonders häufig wertvolle Ressourcen vergeuden. Und wir verraten eine Abkürzung, die Ihre Materialflüsse und Auftragsabwicklung ganz nach vorne katapultieren.

Autorin: Amelie Demmler

Dass so mancher historisch gewachsene Warehouse-Prozess nicht mehr in die Zeit von Massenretouren und taggleichen Lieferungen passt, wird vielen Logistik-Verantwortlichen im E-Commerce derzeit vielerorts deutlich vor Augen geführt. Wie lange hält Ihr aktuelles Warehouse Management dem fortwährenden Stresstest einer immer dynamischeren und komplexeren Auftragsnachfrage noch stand? Vielen ist klar: Es muss sich etwas ändern. Aber was genau und wo fangen Sie am besten an?

Ärgern Sie sich nicht, wenn zündende Ideen fehlen. Ihr Lagerbetrieb ist nicht allein. Aus der Binnensicht heraus fällt es vielen Beteiligten schwer, neue Prozessen zu entwickeln, denn „das haben wir ja schon immer so gemacht“.

Sie müssen für einen Modernisierungsschub nicht größtmöglich denken und alles Bewährte komplett über den Haufen werfen. In meiner Arbeit als Prozessexpertin habe ich festgestellt: Es sind oft verblüffend einfache Lösungsansätze, mit denen Sie Ihr E-Commerce-Warehouse viel flexibler und gleichzeitig kosteneffizienter managen können. Und wenn diese erst einmal umgesetzt sind, dann fragen sich viele Beteiligte hinterher, wieso sie das nicht immer schon so gemacht haben.

In diesen fünf Problemzonen sollten Sie aufräumen

Wegen folgender fünf Gründe wird in vielen E-Commerce-Betrieben das Warehouse Management den aktuellen Anforderungen von Kund*innen nur gerecht, wenn Verantwortliche Planungsdefizite durch den Einsatz kostspieliger Maßnahmen wie etwa Zusatzpersonal abfedern. Das muss nicht sein. Wer diese Gründe kennt, kann den Hebel sinnvoller ansetzen und schnelle Effizienzerfolge erzielen.

1. Die Zeitfenster für Umplanungen sind zu kurz

Vielfach sind die Logistikprozesse so starr geregelt, dass sie bei Problemen oder kurzfristigen Änderungswünschen kein reibungsloses Umplanen ermöglichen. Damit verschenkt der Versandhandel großes Wachstumspotenzial. Denn immer mehr Kund*innen erwarten, dass sie ihre abgeschickte Bestellung vor dem Versand noch um Produkte ergänzen oder welche daraus entfernen können. Lässt der Prozess nicht zu, dass jemand die Meinung ändert, sind Stornos, Retouren und der Wechsel zur Konkurrenz eine mögliche Folge. Eine Umplanung muss mindestens möglich sein, bis die Lagerkraft die Artikel pickt – sonst spielen Sie dem Wettbewerb in die Hände. Mit modernen Software-Lösungen ist das ein Leichtes. Sie aktualisieren die Planung bis 200.000-fach pro Sekunde und berücksichtigen Änderungen bis unmittelbar vor Beginn eines Auftrags. Bei kurzfristigen Events wie nicht verfügbaren oder kaputten Artikeln plant die Software umgehend neu. So geht modernes Bestellmanagement heute.

2. Der Wareneingang ist nicht für schnelle Lieferungen priorisiert

Viele Artikel bestellen die meisten E-Commerce-Anbieter zurecht erst dann, wenn Kund*innen sie ordern. Der Kompromiss einer längeren Lieferfrist ist vertretbar. Weniger Sinn ergibt es aber, die für den Versand benötigen Produkte nach dem Wareneingang noch im Lager zu platzieren. Das wird aber dennoch viel zu häufig so praktiziert. Etwa, weil unzeitgemäß starre Prozesse greifen, die das nun mal so vorsehen. Oder, weil für Wareneingang und Versand unterschiedliches Personal zuständig ist, das in Silos denkt. Damit treten Sie völlig unnötig auf die Bremse. Lässt sich ein Artikel aus dem Wareneingang direkt einer Bestellung zuordnen, sollte er selbstverständlich direkt weiter zum Warenausgang gelangen. Abstimmungsprobleme, die das verhindern, gehören künftig der Vergangenheit an, wenn Sie es einer modernen software-gestützten Warehouse Control System überlassen, weitsichtig zu planen und solche Zusammenhänge sofort korrekt zu interpretieren.

3. Ihre Pickliste ignoriert das Timing der Paketdienstleister

Jeder Paketdienst holt die Ware zu unterschiedlichen Terminen (Cut-off-Zeiten) ab, daher wandeln sich die zeitlichen Prioritäten für Picking-Aufträge mehrfach im Laufe eines Tages. Stehen die Sendungen nicht rechtzeitig bereit, verzögert sich die Auslieferung – sicher nicht zur Freude der Kund*innen. Oder eine Picking-Fachkraft lässt alles rund um die gerade geplante Aufgabe stehen und liegen und erfüllt den Auftrag doch noch auf den letzten Drücker. Kommt eines davon bei Ihnen öfters vor, vergeuden Sie Potenzial. Ein E-Commerce-Warehouse, das für bestmögliche Effizienz und Kund*innenerlebnisse steht, pflückt diese niedrig hängende Frucht und koordiniert die Picking-Planung mit den Abholslots der Paketversandpartner. Und zwar heutzutage nicht mehr von Hand, sondern idealerweise automatisch, mit der Weitsicht und der viel niedrigeren Fehlerrate einer Software-Lösung.

4. Sie unterstützen Ihr Picking-Personal nicht genug bei repetitiven Arbeitsvorgängen

Das richtige Produkt rechtzeitig zu picken, ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für schnelle Lieferungen. Wenn Lagerfachkräfte ihre Aufträge nicht digital in der Reihenfolge der Dringlichkeit erhalten, sondern dem Zettelstapel einer Ablage oder einer unsortierten App entnehmen, treffen Sie mitunter unwissentlich nicht die optimale Auswahl. Womöglich stellen Sie unabsichtlich einen eiligeren Auftrag zurück und wählen einen, der sich aus Ihrer Sicht effizienter erfüllen lässt – womit sie vermeintlich im besten Interesse des Betriebs handeln. Diese gängige Praxis kostet wertvolle Zeit. Sie können Ihre Beschäftigten auf einfache Weise unterstützen, dass Tempo zu erhöhen und die Fehlerrate zu senken. Mehr als ein gängiges Smartphone und eine mobil angepasste Bedienoberfläche braucht das Picking-Personal nicht, um anhand konkreter Hinweise genau der Aufgabe nachzugehen, die das Auftragsmanagement gerade am meisten voranbringt.

5. Ihr Auftragsmanagement ist nicht für kundenunspezifische Picklisten optimiert

Die Artikelwünsche aller Kund*innen gleichrangig nacheinander zu picken, ist falsch verstandene Höflichkeit, die niemandem etwas bringt, aber Sie Zeit und unnötige Wege kostet. Liegen mehrere Bestellungen für verwandte Artikel vor, die räumlich nahe gelagert sind, ist es nicht nötig, dass ebenso viele Picking-Fachkräfte den entsprechenden Regalbereich aufsuchen. Viel effizienter gestalten Sie den Prozess, wenn das Auftragsmanagement das Picking aller Artikel eines Lagerbereichs bündelt, dann die Fachkraft die gesamte Auswahl zur Versandvorbereitung transportiert und das dortige Personal die einzelnen Artikel den verschiedenen Bestellungen zuordnet. Diese Vorgehensweise verkürzt die Versanddauer, optimiert die Einsatzverteilung von Beschäftigten und reduziert Wegzeiten beträchtlich.

Alle Prozesse unter Kontrolle: SYNAOS Warehouse Control System

Diese fünf Prozessengpässe zu beseitigen, ist im Verhältnis ein kleiner Eingriff in die Abläufe, aber insgesamt ein großer Hebel, um die Effizienz eines E-Commerce-Warehouses zu steigern und dessen Kosten zu senken. Niemand muss sich für die Feinplanung der Picking-Aufträge und des Personaleinsatzes vor dem Rechner den Kopf zerbrechen. Das kann eine leistungsstarke Software-Lösung für Sie erledigen. Eine Software-Lösung wie das SYNAOS Warehouse Control System.

Das System haben wir speziell für die Bedürfnisse moderner E-Commerce-Center konzipiert. Es steuert und orchestriert sämtliche Prozesse im Warehouse. Das umfasst neben dem Order & Process Management auch das Vehicle & Operator Management, Asset Management und das Storage Management. Als SaaS-Lösung ist das SYNAOS Warehouse Control System schnell startklar und einfach skalierbar.

Fazit: Alle Prozesse als Ganzes denken und effizienter handeln

Die Anforderungen an ein effizientes Order & Picking Management im E-Commerce-Warehouse steigen. Alles muss schneller gehen und Ihre Organisation trotz komplexer Einflussfaktoren kostengünstiger werden. Es genügen schon kleine Prozessänderungen, um eine starke Wettbewerbsposition zu bewahren oder auszubauen. Sie umzusetzen, ist dank des passenden Software-Systems von SYNAOS einfach. Weil es als Cloud-Lösung flexibel und vielseitig anschlussfähig ist, eignet es sich auch prima für Betriebe mit heterogener IT-Landschaft und historisch gewachsenen Dokumentenprozessen. Zettelwirtschaft und abteilungsübergreifende Koordinierungsdefizite gehören damit der Vergangenheit an. Stattdessen findet das Picking-Personal damit den kürzesten Weg zum aktuell wichtigsten Lagerartikel und Logistik-Center finden den ihnen zustehenden Platz an der Spitze des E-Commerce-Wettbewerbs.

Amelie Demmler
Amelie Demmler
Die Wirtschaftsingenieurin ist Expertin für Prozessoptimierung. Sie analysiert, berät und begleitet Logistikbetriebe auf dem Weg zu mehr Tempo und weniger Kosten – und schreibt hier darüber.
Amelie Demmler

Recommended for you

No items found.