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VDA 5050: „Die Mischung der Sichtweisen macht’s“

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VDA 5050: „Die Mischung der Sichtweisen macht’s“

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Julian Borchert-al-Huribi
Fotos

Andreas Scherb, technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme beim VDMA, über fünf Jahre VDA 5050, VDMA-Mitgliedsunternehmen als Multiplikatoren und einen gemeinsamen Weg von Anbietern und Anwendern.

Andreas Scherb, technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme beim VDMA, über fünf Jahre VDA 5050, VDMA-Mitgliedsunternehmen als Multiplikatoren und einen gemeinsamen Weg von Anbietern und Anwendern.

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Julian Borchert-al-Huribi
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Seit fünf Jahren existiert die VDA 5050 mittlerweile. Bevor wir auf die harten Fakten zu sprechen kommen, eine Frage vorweg:

Was meint der Teil 5050 eigentlich?

Andreas Scherb: Das ist reiner Zufall. Die Zahlen sind eine laufende Nummer. Der VDA nummeriert seine Dokumente durch, und 5050 war noch frei. Aber interessant, dass Sie das ansprechen! Neulich fragte mich jemand: Ist das deshalb, weil VDA und VDMA zu gleichen Teilen die Rechte an der VDA 5050 halten? Nein, das ist wirklich einfach nur eine zufällige Nummer.

Andreas Scherb ist technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme und Referent im VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik in Frankfurt am Main. Foto: VDMA


Wie lautet denn die Bilanz nach einem halben Jahrzehnt VDA 5050?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> 2017 gab es die ersten Gespräche zwischen VDA und VDMA und dann startete auch schon die konkrete Arbeit. Wenn man überlegt, mit welcher Entwicklungsschnelligkeit die Schnittstelle auf die Beine gestellt wurde, von der Idee über die ersten Entwürfe bis zur Version 1.0 im Jahr 2019, ist das schon sehr beachtlich. Und mittlerweile haben wir den Beweis geliefert, dass das nicht nur ein Papiertiger ist, sondern tatsächlich funktioniert. Vor allem deshalb, weil sich hier die klügsten Köpfe zweier Bereiche, Anwender und Hersteller zusammengetan und richtig was bewegt haben. Das würde ich als eine positive Bilanz bezeichnen.

Da sind sehr unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Steuerung heterogener Flotten aufeinandergeprallt, richtig?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Natürlich. Es trafen Hersteller von mobilen Robotern und Softwareanbieter wie SYNAOS mit Anwendern aus der Automobilindustrie zusammen. In den Anfangsgesprächen damals haben wir viel diskutiert, Kompromisse mussten gefunden werden. Das ist absolut normal und gewünscht, wenn man an einer Vereinheitlichung arbeitet. Das kennt man aus der Sicherheitsnormung.

Gibt es ein konkretes Learning? Was hätten Sie damals mit dem Wissen von heute anders gemacht?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Vielleicht hätte man sich nach heutigem Wissensstand damals im Vorfeld auch über andere Programmiersprachen noch intensiver austauschen können. Mittlerweile haben sich ja mehrere Open Source-Sprachen auf dem Markt etabliert, die zukunftsfähig sind. Zu Beginn des Projektes haben wir eine Programmiersprache gesucht, die auch noch in zehn bis 15 Jahren existiert. Wir haben natürlich nicht geahnt, dass sich hier in den letzten fünf Jahren so viel tun würde. Aber mit MQTT als Codierungssprache und JSON als Serialisierungsformat kommen alle sehr gut zurecht. Beides gehört zu den häufigsten Formaten. Dennoch galt es, Beschränkungen und Widrigkeiten, die es mancherorts hinsichtlich Codierungssprachen bei den Betreibern gibt, in unsere Überlegungen einzubeziehen. Die Programmierer in den Arbeitsgruppen von VDA und VDMA sahen im JSON-Format mit MQTT das größte Potenzial. Die beiden Verbände und ihre Mitglieder, darunter ja auch SYNAOS, haben dann gemeinsam entschieden.

Es gibt VDA 5050-Arbeitskreise, die die Entwicklung und Optimierung der Schnittstelle vorantreiben. Gibt es weitere Konstellationen?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Auf der öffentlichen Seite für Jedermann gibt es das GitHub 5050. Hier kann jeder weltweit seine Themen, seine Fragen zur Schnittstelle hochladen. Das GitHub wird betreut vom Karlsruher Institut für Technologie der Uni Karlsruhe (KIT), Institut Fördertechnik und Logistik. Wissenschaftliche Mitarbeitende beantworten die Fragen oder tragen komplexere Themen und Fragestellungen in die Arbeitskreise. Das KIT wurde damals nach einer Ausschreibung von beiden Verbänden damit beauftragt, sozusagen als verlängerte Werkbank hier für uns tätig zu werden. Dann gibt es ein Kernteam, in das beide Verbände Firmenvertreter entsenden. Dieses Team trifft sich alle vier Wochen meist virtuell, moderiert vom KIT, diskutiert unter anderem die Fragen aus dem GitHub und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung. Oft ergeben sich daraus sogar konkrete Weiterentwicklungen, die dann am Ende von den Arbeitskreisen des VDA und VDMA freigegeben werden. Und zum Schluss erhält der Fragesteller natürlich noch eine Antwort.

Warum gibt es das Kernteam zusätzlich zu den beiden Arbeitskreisen?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Dadurch, dass Experten aus beiden Verbänden vertreten sind, haben wir eine ausgewogene Diskussion. Die Mischung der Sichtweisen macht’s. Es braucht diese Betreiber-Brille, damit es nachher nicht hakt im Betrieb. Und gleichzeitig braucht es die Hersteller-Perspektive mit der Projektexpertise.

Der VDA 5050-Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, um die Weiterentwicklung desStandards voranzutreiben. Foto: VDMA

„Die Mischung der Sichtweisen macht’s. Es braucht diese Betreiber-Brille, damit es nachher nicht hakt im Betrieb. Und gleichzeitig braucht es die Hersteller-Perspektive mit der Projektexpertise.”

Welche konkreten Weiterentwicklungsinitiativen sind mit der VDA 5050 geplant?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Das System soll perspektivisch immer mehr auch für andere mobile Roboter geöffnet werden. Wir sind damals mit einem gewissen Technologiestand gestartet, der AGV-dominiert war. Kurz- und mittelfristig werden wir die Themen Korridore und Zonen angehen und damit den autonomen Fahrzeugen ermöglichen, in einem gewissen Rahmen frei zu navigieren. So gibt es bei den Korridoren rechts und links virtuelle Leitplanken, innerhalb derer sich ein Fahrzeug bewegen kann. Doch diese Funktion wird optional sein.  

Zudem soll den mobilen Robotern kommuniziert werden, dass sie mit einer gewissen Toleranz von zum Beispiel einem halben Meter an einem Wegpunkt vorbeifahren dürfen. Doch uns ist es dabei wichtig, diese Integration Schritt für Schritt zu vollziehen. Wir wollen diese Änderungen und Neuheiten ordentlich beschreiben und Fehler vermeiden, die sonst mühsam nachkorrigiert werden müssen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Rückwärtskompatibilität. Wir haben jetzt die Versionen 1.0, 1.1 und 2.0.0. Anwender und Betreiber haben uns gespiegelt, dass sie viel Wert auf eine Rückwärtskompatibilität legen. Wenn aber irgendwann die Version 3.0.0 verfügbar ist, ist es wichtig, dass auch die vorherigen Versionen bedient werden können. Das ist ein wichtiges Signal an den Markt und steigert die Akzeptanz.

Und schließlich wird auch das Thema Einbindung von Peripherie-Geräten in den Fokus rücken. Wir wissen, dass dieses Thema viele Warehouse-Betreiber bewegt, wollen ihnen durch die Arbeitsgemeinschaft Intralogistics-2X die Möglichkeit geben, sich hier aktiv einzubringen.

Die VDA 5050 wird noch immer oft als Kommunikationsschnittstelle für die Automotive-Industrie wahrgenommen. Wie polieren Sie dieses Image auf, damit der Standard auch außerhalb von Automotive wahrgenommen wird?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Dafür tun wir eine Menge. Mit unserem jährlich veranstalteten AGV Mesh-Up schaffen wir ein besonderes Test-Setting, bei dem wir die Leistungsfähigkeit und Maturität der VDA 5050 immer wieder unter Beweis stellen. Hier lassen wir, beziehungsweise unsere VDMA-Mitgliedsunternehmen Taten sprechen. Das AGV Mesh-Up ist dieses Jahr wieder im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS in Dortmund für ein Logistik-Fachpublikum aus vielen Branchen zu sehen. Wir sehen, dass auch in anderen Branchen die VDA 5050 zunehmend als Voraussetzung in den Ausschreibungen steht. Wir bekommen mittlerweile Rückfragen zur VDA 5050 aus Asien und die ersten Unternehmen rollen die VDA 5050 in ihre Werke weltweit aus. Damit übernehmen sie gewissermaßen eine Multiplikatoren-Rolle.

Das prinzipielle Verständnis für VDA 5050 wächst demnach also in anderen Branchen. Und das sogar weit über die Grenzen Europas hinaus!

AGV Mesh-Up veranstaltet vom VDMA. Foto: VDMA

Braucht die Industrie aus Ihrer Sicht überhaupt einen weltumspannenden Kommunikationsstandard für mobile Roboter? Stehen Mass Robotics in den USA und Open-RMF in Südostasien in direkter Konkurrenz mit der VDA 5050?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Eines vorweg: Wir sollten grundsätzlich mit dem Begriff Standard vorsichtig umgehen. Ja, es handelt sich hierbei um ein gewisses Kommunikationsmodell. Aber viele denken bei Standards eher an die strikte Sicherheitsnormung und verbindliche Vorgaben. Die VDA 5050 ist eine mögliche Kommunikationsschnittstelle, die Herstellern und Anwendern für ihre Projekte zur Verfügung steht. Wir sehen keinen Wettbewerb zu anderen Optionen, wie Mass Robotics oder Open-RMF, auch weil diese anders ausgerichtet sind.

Mit Mass Robotics und Open-RMF kann man eine Kontrollinstanz über dem Master Control-System etablieren, quasi eine Middleware, und man kann dann nicht nur mit der Roboterflotte, sondern auch mit anderen Master Control-Systemen und WMS- oder ERP-Systemen kommunizieren. Mit der VDA 5050 hingegen lassen sich heterogene Fahrzeugflotten von verschiedenen Herstellern über einen zentralen Flottenmanager steuern. Der große Vorteil ist, dass nicht die proprietären Robotersoftwares einzeln angesteuert werden müssen. Hier liegt der größte Unterschied: Mass Robotics bildet als Kontrollinstanz die einzelnen Leitsysteme der verschiedenen Roboter ab, die parallel im Betrieb laufen. Bei der VDA 5050 gehen wir ja bewusst weg von den verschiedenen Master Controls hin zu einem einzigen, zentralen Master Control.  

Ich halte die Frage, ob die Welt jetzt dringend einen einzigen Mobile Robot-Standard braucht, für nicht relevant. Mancherorts in weniger komplexen Szenarien braucht es vielleicht keinen solchen Standard. Und trotzdem läuft’s. Die viel wichtigere Frage, die Intralogistikverantwortliche sich stellen sollten, ist doch: Wie digitalisiere und automatisiere ich meine Intralogistik-Prozesse? Und dann mache ich mir Gedanken über eine solide Strategie.

Also wird und muss VDA 5050 kein Exportschlager werden?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Es war gut und richtig, dass aus einem konkreten Bedarf in einer wichtigen Kundenbranche der Intralogistik ein Open-Source-Baustein entstanden ist, der nun allen zur Verfügung steht und auch weiterentwickelt wird. Das gilt ja auch bspw. für jedes Fahrzeug mit seiner Art der Navigation, von dem Folgen aufgeklebter Linien bis hin zur Hightech-Variante SLAM. Man muss vor allem mit den Projektteilnehmern ehrlich diskutieren, was sie brauchen, um ihre Intralogistikprozesse effizient zu gestalten. Vielleicht funktioniert bei ihnen ein anderes System besser als die VDA 5050? Wir müssen immer die hochindividuelle Anwendung vor Ort betrachten und was man wirklich für seine Prozesse braucht.  

Der Erfolg steht und fällt mit der Praxistauglichkeit und diese Entscheidung wird im Markt getroffen. Erste Robotikhersteller im außereuropäischen Ausland werden mit der VDA 5050 aktiv. Auf der Anwenderseite wandert die Schnittstelle mit den Auslandsstandorten einiger Unternehmen aus. Die Internationalisierung läuft also schon.

Wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch, Herr Scherb.

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Andreas Scherb, technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme beim VDMA, über fünf Jahre VDA 5050, VDMA-Mitgliedsunternehmen als Multiplikatoren und einen gemeinsamen Weg von Anbietern und Anwendern.

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Julian Borchert-al-Huribi
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Andreas Scherb, technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme beim VDMA, über fünf Jahre VDA 5050, VDMA-Mitgliedsunternehmen als Multiplikatoren und einen gemeinsamen Weg von Anbietern und Anwendern.

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Julian Borchert-al-Huribi
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Seit fünf Jahren existiert die VDA 5050 mittlerweile. Bevor wir auf die harten Fakten zu sprechen kommen, eine Frage vorweg:

Was meint der Teil 5050 eigentlich?

Andreas Scherb: Das ist reiner Zufall. Die Zahlen sind eine laufende Nummer. Der VDA nummeriert seine Dokumente durch, und 5050 war noch frei. Aber interessant, dass Sie das ansprechen! Neulich fragte mich jemand: Ist das deshalb, weil VDA und VDMA zu gleichen Teilen die Rechte an der VDA 5050 halten? Nein, das ist wirklich einfach nur eine zufällige Nummer.

Andreas Scherb ist technischer Experte für Fahrerlose Transportsysteme und Referent im VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik in Frankfurt am Main. Foto: VDMA


Wie lautet denn die Bilanz nach einem halben Jahrzehnt VDA 5050?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> 2017 gab es die ersten Gespräche zwischen VDA und VDMA und dann startete auch schon die konkrete Arbeit. Wenn man überlegt, mit welcher Entwicklungsschnelligkeit die Schnittstelle auf die Beine gestellt wurde, von der Idee über die ersten Entwürfe bis zur Version 1.0 im Jahr 2019, ist das schon sehr beachtlich. Und mittlerweile haben wir den Beweis geliefert, dass das nicht nur ein Papiertiger ist, sondern tatsächlich funktioniert. Vor allem deshalb, weil sich hier die klügsten Köpfe zweier Bereiche, Anwender und Hersteller zusammengetan und richtig was bewegt haben. Das würde ich als eine positive Bilanz bezeichnen.

Da sind sehr unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Steuerung heterogener Flotten aufeinandergeprallt, richtig?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Natürlich. Es trafen Hersteller von mobilen Robotern und Softwareanbieter wie SYNAOS mit Anwendern aus der Automobilindustrie zusammen. In den Anfangsgesprächen damals haben wir viel diskutiert, Kompromisse mussten gefunden werden. Das ist absolut normal und gewünscht, wenn man an einer Vereinheitlichung arbeitet. Das kennt man aus der Sicherheitsnormung.

Gibt es ein konkretes Learning? Was hätten Sie damals mit dem Wissen von heute anders gemacht?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Vielleicht hätte man sich nach heutigem Wissensstand damals im Vorfeld auch über andere Programmiersprachen noch intensiver austauschen können. Mittlerweile haben sich ja mehrere Open Source-Sprachen auf dem Markt etabliert, die zukunftsfähig sind. Zu Beginn des Projektes haben wir eine Programmiersprache gesucht, die auch noch in zehn bis 15 Jahren existiert. Wir haben natürlich nicht geahnt, dass sich hier in den letzten fünf Jahren so viel tun würde. Aber mit MQTT als Codierungssprache und JSON als Serialisierungsformat kommen alle sehr gut zurecht. Beides gehört zu den häufigsten Formaten. Dennoch galt es, Beschränkungen und Widrigkeiten, die es mancherorts hinsichtlich Codierungssprachen bei den Betreibern gibt, in unsere Überlegungen einzubeziehen. Die Programmierer in den Arbeitsgruppen von VDA und VDMA sahen im JSON-Format mit MQTT das größte Potenzial. Die beiden Verbände und ihre Mitglieder, darunter ja auch SYNAOS, haben dann gemeinsam entschieden.

Es gibt VDA 5050-Arbeitskreise, die die Entwicklung und Optimierung der Schnittstelle vorantreiben. Gibt es weitere Konstellationen?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Auf der öffentlichen Seite für Jedermann gibt es das GitHub 5050. Hier kann jeder weltweit seine Themen, seine Fragen zur Schnittstelle hochladen. Das GitHub wird betreut vom Karlsruher Institut für Technologie der Uni Karlsruhe (KIT), Institut Fördertechnik und Logistik. Wissenschaftliche Mitarbeitende beantworten die Fragen oder tragen komplexere Themen und Fragestellungen in die Arbeitskreise. Das KIT wurde damals nach einer Ausschreibung von beiden Verbänden damit beauftragt, sozusagen als verlängerte Werkbank hier für uns tätig zu werden. Dann gibt es ein Kernteam, in das beide Verbände Firmenvertreter entsenden. Dieses Team trifft sich alle vier Wochen meist virtuell, moderiert vom KIT, diskutiert unter anderem die Fragen aus dem GitHub und macht Vorschläge für die Weiterentwicklung. Oft ergeben sich daraus sogar konkrete Weiterentwicklungen, die dann am Ende von den Arbeitskreisen des VDA und VDMA freigegeben werden. Und zum Schluss erhält der Fragesteller natürlich noch eine Antwort.

Warum gibt es das Kernteam zusätzlich zu den beiden Arbeitskreisen?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Dadurch, dass Experten aus beiden Verbänden vertreten sind, haben wir eine ausgewogene Diskussion. Die Mischung der Sichtweisen macht’s. Es braucht diese Betreiber-Brille, damit es nachher nicht hakt im Betrieb. Und gleichzeitig braucht es die Hersteller-Perspektive mit der Projektexpertise.

Der VDA 5050-Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, um die Weiterentwicklung desStandards voranzutreiben. Foto: VDMA

„Die Mischung der Sichtweisen macht’s. Es braucht diese Betreiber-Brille, damit es nachher nicht hakt im Betrieb. Und gleichzeitig braucht es die Hersteller-Perspektive mit der Projektexpertise.”

Welche konkreten Weiterentwicklungsinitiativen sind mit der VDA 5050 geplant?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Das System soll perspektivisch immer mehr auch für andere mobile Roboter geöffnet werden. Wir sind damals mit einem gewissen Technologiestand gestartet, der AGV-dominiert war. Kurz- und mittelfristig werden wir die Themen Korridore und Zonen angehen und damit den autonomen Fahrzeugen ermöglichen, in einem gewissen Rahmen frei zu navigieren. So gibt es bei den Korridoren rechts und links virtuelle Leitplanken, innerhalb derer sich ein Fahrzeug bewegen kann. Doch diese Funktion wird optional sein.  

Zudem soll den mobilen Robotern kommuniziert werden, dass sie mit einer gewissen Toleranz von zum Beispiel einem halben Meter an einem Wegpunkt vorbeifahren dürfen. Doch uns ist es dabei wichtig, diese Integration Schritt für Schritt zu vollziehen. Wir wollen diese Änderungen und Neuheiten ordentlich beschreiben und Fehler vermeiden, die sonst mühsam nachkorrigiert werden müssen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Rückwärtskompatibilität. Wir haben jetzt die Versionen 1.0, 1.1 und 2.0.0. Anwender und Betreiber haben uns gespiegelt, dass sie viel Wert auf eine Rückwärtskompatibilität legen. Wenn aber irgendwann die Version 3.0.0 verfügbar ist, ist es wichtig, dass auch die vorherigen Versionen bedient werden können. Das ist ein wichtiges Signal an den Markt und steigert die Akzeptanz.

Und schließlich wird auch das Thema Einbindung von Peripherie-Geräten in den Fokus rücken. Wir wissen, dass dieses Thema viele Warehouse-Betreiber bewegt, wollen ihnen durch die Arbeitsgemeinschaft Intralogistics-2X die Möglichkeit geben, sich hier aktiv einzubringen.

Die VDA 5050 wird noch immer oft als Kommunikationsschnittstelle für die Automotive-Industrie wahrgenommen. Wie polieren Sie dieses Image auf, damit der Standard auch außerhalb von Automotive wahrgenommen wird?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Dafür tun wir eine Menge. Mit unserem jährlich veranstalteten AGV Mesh-Up schaffen wir ein besonderes Test-Setting, bei dem wir die Leistungsfähigkeit und Maturität der VDA 5050 immer wieder unter Beweis stellen. Hier lassen wir, beziehungsweise unsere VDMA-Mitgliedsunternehmen Taten sprechen. Das AGV Mesh-Up ist dieses Jahr wieder im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS in Dortmund für ein Logistik-Fachpublikum aus vielen Branchen zu sehen. Wir sehen, dass auch in anderen Branchen die VDA 5050 zunehmend als Voraussetzung in den Ausschreibungen steht. Wir bekommen mittlerweile Rückfragen zur VDA 5050 aus Asien und die ersten Unternehmen rollen die VDA 5050 in ihre Werke weltweit aus. Damit übernehmen sie gewissermaßen eine Multiplikatoren-Rolle.

Das prinzipielle Verständnis für VDA 5050 wächst demnach also in anderen Branchen. Und das sogar weit über die Grenzen Europas hinaus!

AGV Mesh-Up veranstaltet vom VDMA. Foto: VDMA

Braucht die Industrie aus Ihrer Sicht überhaupt einen weltumspannenden Kommunikationsstandard für mobile Roboter? Stehen Mass Robotics in den USA und Open-RMF in Südostasien in direkter Konkurrenz mit der VDA 5050?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Eines vorweg: Wir sollten grundsätzlich mit dem Begriff Standard vorsichtig umgehen. Ja, es handelt sich hierbei um ein gewisses Kommunikationsmodell. Aber viele denken bei Standards eher an die strikte Sicherheitsnormung und verbindliche Vorgaben. Die VDA 5050 ist eine mögliche Kommunikationsschnittstelle, die Herstellern und Anwendern für ihre Projekte zur Verfügung steht. Wir sehen keinen Wettbewerb zu anderen Optionen, wie Mass Robotics oder Open-RMF, auch weil diese anders ausgerichtet sind.

Mit Mass Robotics und Open-RMF kann man eine Kontrollinstanz über dem Master Control-System etablieren, quasi eine Middleware, und man kann dann nicht nur mit der Roboterflotte, sondern auch mit anderen Master Control-Systemen und WMS- oder ERP-Systemen kommunizieren. Mit der VDA 5050 hingegen lassen sich heterogene Fahrzeugflotten von verschiedenen Herstellern über einen zentralen Flottenmanager steuern. Der große Vorteil ist, dass nicht die proprietären Robotersoftwares einzeln angesteuert werden müssen. Hier liegt der größte Unterschied: Mass Robotics bildet als Kontrollinstanz die einzelnen Leitsysteme der verschiedenen Roboter ab, die parallel im Betrieb laufen. Bei der VDA 5050 gehen wir ja bewusst weg von den verschiedenen Master Controls hin zu einem einzigen, zentralen Master Control.  

Ich halte die Frage, ob die Welt jetzt dringend einen einzigen Mobile Robot-Standard braucht, für nicht relevant. Mancherorts in weniger komplexen Szenarien braucht es vielleicht keinen solchen Standard. Und trotzdem läuft’s. Die viel wichtigere Frage, die Intralogistikverantwortliche sich stellen sollten, ist doch: Wie digitalisiere und automatisiere ich meine Intralogistik-Prozesse? Und dann mache ich mir Gedanken über eine solide Strategie.

Also wird und muss VDA 5050 kein Exportschlager werden?

<span class="cc-text_coral">AS:</span> Es war gut und richtig, dass aus einem konkreten Bedarf in einer wichtigen Kundenbranche der Intralogistik ein Open-Source-Baustein entstanden ist, der nun allen zur Verfügung steht und auch weiterentwickelt wird. Das gilt ja auch bspw. für jedes Fahrzeug mit seiner Art der Navigation, von dem Folgen aufgeklebter Linien bis hin zur Hightech-Variante SLAM. Man muss vor allem mit den Projektteilnehmern ehrlich diskutieren, was sie brauchen, um ihre Intralogistikprozesse effizient zu gestalten. Vielleicht funktioniert bei ihnen ein anderes System besser als die VDA 5050? Wir müssen immer die hochindividuelle Anwendung vor Ort betrachten und was man wirklich für seine Prozesse braucht.  

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Note: This article was automatically translated with a software and may not have been proofread. The German language version is considered the official version and you can find the most up-to-date information there.